Wie geht es dir – wirklich?
„Wie geht’s dir?“ – „Gut, danke. Und dir?“
Wie oft am Tag führen wir dieses kleine Ritual? An der Kasse, im Büro, am Gartenzaun. Die Antwort kommt automatisch, fast wie ein Reflex. Doch wann hast du dir diese Frage zuletzt selbst gestellt – und ehrlich geantwortet?
Heute, am 10. Oktober, ist der Welttag der seelischen Gesundheit. Seit 1992 erinnert er weltweit daran, dass unsere Seele genauso Aufmerksamkeit braucht wie unser Körper. Ein guter Anlass, einmal innezuhalten.
Seelische Gesundheit geht uns alle an
Bei einer Erkältung nehmen wir uns selbstverständlich Ruhe. Wenn sich die Seele schwer anfühlt, machen viele einfach weiter: funktionieren, durchhalten, nichts anmerken lassen. Dabei gehören psychische Belastungen zu den häufigsten Gesundheitsthemen überhaupt. Sie betreffen Menschen jeden Alters, in jedem Beruf, in jeder Lebenslage.
Seelische Gesundheit heißt nicht, immer glücklich zu sein. Es heißt, mit den Herausforderungen des Lebens umgehen zu können, Gefühle wahrzunehmen und sich Unterstützung zu holen, wenn es allein nicht mehr geht.
Dein ehrlicher Check-in: 5 Fragen an dich selbst
Nimm dir zwei Minuten Zeit. Kein Richtig, kein Falsch – nur ein ehrlicher Blick nach innen:
- Wie schlafe ich zurzeit? Komme ich zur Ruhe, oder liege ich wach und grübele?
- Was hat mir zuletzt Freude gemacht? Und fällt mir überhaupt etwas ein?
- Wie viel Energie bleibt mir am Ende des Tages?
- Ziehe ich mich gerade von Menschen zurück, die mir eigentlich guttun?
- Wann habe ich mir zuletzt eine echte Pause gegönnt – ohne schlechtes Gewissen?
Macht dich eine Antwort nachdenklich? Das ist kein Grund zur Sorge, sondern ein wertvoller Hinweis. Deine Seele meldet sich zu Wort.
Kleine Dinge, die deiner Seele guttun
- Pausen ernst nehmen: Schon wenige Minuten bewusstes Durchatmen beruhigen das Nervensystem.
- Verbindung pflegen: Ein ehrliches Gespräch mit einem vertrauten Menschen wirkt oft mehr als jeder Ratgeber.
- In Bewegung kommen: Ein Spaziergang im Herbstlicht macht den Kopf frei.
- Grenzen setzen: Nicht jedes Ja ist ein gutes Ja. Mehr dazu in Grenzen erkennen.
- Entspannung lernen: Autogenes Training nach Schultz oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson helfen dir, regelmäßig in die Ruhe zu finden.
- Das Gedankenkarussell stoppen: Tipps findest du in Gedanken kreisen.
Reden ist ein Zeichen von Stärke
Viele warten lange, bevor sie sich Hilfe holen – aus Scham, aus Angst, anderen zur Last zu fallen, oder weil sie denken, es sei „noch nicht schlimm genug“. Dabei musst du nicht erst am Ende deiner Kräfte sein, um dir Unterstützung zu gönnen.
In meiner psychologischen Beratung in Mühlhausen oder online hast du einen geschützten Raum, um zu sortieren, was dich beschäftigt, und neue Wege zu finden. Ganz ohne Diagnose und in deinem Tempo.
Wenn es dir gerade sehr schlecht geht
Wenn du an nichts anderes mehr denken kannst oder dich alles überwältigt, hol dir bitte sofort Hilfe:
- Telefonseelsorge: rund um die Uhr, kostenlos und anonym unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222
- Ärztlicher Bereitschaftsdienst: 116 117
- deine Hausärztin oder dein Hausarzt
- Im Notfall: 112
Du bist damit nicht allein.
Mein Wunsch für heute
Stell heute einem Menschen die Frage „Wie geht es dir?“ – und nimm dir Zeit für die Antwort. Und dann stell sie dir selbst.
Deine Seele hat es verdient, gesehen zu werden.








